“Mein Solothurn” 2

Letzten Monat veröffentlichte ich den ersten Beitrag der Serie „Mein Solothurn“ in meinem Blog. Nun, möchte ich Euch die Fortsetzung präsentieren. Die Stadt Solothurn mit ihren zahlreichen Brunnen und der kleinen überschaubaren aber schönen Altstadt bietet sehr viele interessante Motive. In dieser Serie möchte ich einerseits die Sehenswürdigkeiten der Stadt sowie auch unbekanntere Winkel der Barockstadt zeigen. Ich versuche auch „Mein Solothurn“ dem Betrachter aus verschiedenen, teils ungewohnten Perspektiven und Blickwinkeln näher zu bringen.
Das erste Bild zeigt die Aare mit der Vorstadt und dessen Spiegelung vom Altstadt-Ufer aus  gesehen. Es war ein klarer Frühlingsmorgen und die Aare war so ruhig, dass die Spiegelung beinahe perfekt war.
Bild 2 zeigt den Gurzelngass-Brunnen mit Blick auf das Bieltor und im dritten Bild seht Ihr eine typische Gasse in der Solothurner Altstadt in den frühen Morgenstunden.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 200, f 11, 8 Sekunde

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@18mm), ISO 200, f 13, 10 Sekunde

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@22mm), ISO 200, f 11, 6 Sekunde

Blending Technik(Frühling Baselbiet)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mehrere Belichtungen zu überblenden. Viele benutzen heute spezielle HDR Software, welche zwar zu schnellen Ergebnissen führt, doch meist unnatürlich und übertrieben aussieht – zumindest für meine Bedürfnisse. Besser ist das manuelle überblenden. Dies dauert zwar etwas länger und braucht auch etwas Erfahrung, doch sprechen die Ergebnisse für sich selbst. Das Resultat sieht viel natürlicher und präziser aus.
Beim manuellen Überblenden gibt es nicht eine Lösung für alle Fälle. Manchmal reicht schon eine einfache Verlaufsmaske, doch in den meisten Fälle ist es doch etwas komplexer. Knifflig wird es bei Übergängen von Bäumen zum Himmel. Da muss die Maske sehr präzise sein. Ich war zwar schon bei einem früheren blog Eintrag auf diese Üblendtechnik eingegangen, doch
möchte ich an Hand dieses Bildes zeigen mit welcher Technik ich das Problem hier gelöst habe. Die Basis hier sind zwei RAW Aufnahmen von 1/15 Sekunden und ¼ Sekunden Belichtungszeit mit einer Blende von f13 mit Iso 200 bei einer Brennweite von 16mm. Aufnahmezeit war Abends bei Sonnenuntergang. Weissabgleich habe ich manuell eingestellt und ist natürlich für beide Aufnahmen gleich.
Beide Aufnahmen habe ich in Lightroom importiert für die RAW Konvertierung. Näher möchte ich hier auf diesen Arbeitsschritt nicht eingehen. Anschliessend an die RAW Konvertierung habe ich die Aufnahmen als Ebenen in Photoshop geladen, wobei die hellere Belichtung mein Basis Bild (Hintergrund-Bild) war. Nun brauchte ich eine gute Basis Maske und dazu verwende ich oft TK’s Luminosity Masks (Tony Kuyper). Interessierten empfehle ich seine Website http://goodlight.us/
Hierfür verwendete ich einer seine „Lights Masken“. Man muss es einwenig im Gefühl haben welche Basis Maske man jetzt verwenden soll. Es gibt hier nicht ein „Richtig“ oder „Falsch“. Diese Maske dient mir aber lediglich als Basis welche ich jetzt noch verfeinern muss.
Hierfür verwendete ich jetzt nochmals eine TK’s Luminosity Mask und wählte die entsprechende Maske für meinen Zweck aus und male mit einer geringen Deckkraft mit dem Pinselwerkzeug und weisser Farbe über die entsprechenden Stellen damit von der dunkleren Belichtung in den hellen Bereichen mehr zum Vorschein kommt. Hier muss man sehr vorsichtig vorgehen, damit man es nicht übertreibt und der Übergang natürlich aussieht. Jetzt sah das Ganze schon mal nicht schlecht aus. Aber die Übergänge von den Ästen zum Himmel ist jetzt noch nicht perfekt. Hier hat sich ein Saum um die Äste gebildet und zum Teil sind gewisse Tonwerte grau was nicht sein sollte. Für dieses Problem zu beheben benutzte ich das Abwedler und Nachbelichter Werkzeug und arbeitete mit Tiefen oder Lichter mit geringer Deckkraft bis die Übergänge in der 100% Ansicht sauber sind. Welche Deckkraft man benutzen sollte, ist von Situation zu Situation verschieden. Hier verwendete ich ca. eine Deckkraft von 20-25. Falls das Ergebnis nach diesem Arbeitsschritt noch nicht zufriedenstellend sein sollte, dann kann man noch die Funktion „Option – Maskenkante“ verwenden, damit man es noch verfeinern kann. Die Einstellungen sind auch bei dieser Anwendung von Bild zu Bild verschieden und man muss einfach ausprobieren bis man zufrieden ist. Bei diesem Bild war es jetzt nicht nötig diese Option zu benutzen. Anschliessend verwendete ich noch die Gradationskurve um beide Aufnahmen noch besser aufeinander abzustimmen, damit das Ganze auch harmonisch wirkte.
Somit wäre das Überblenden abgeschlossen und es geht weiter mit der „normalen“ Bearbeitung.

Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@16mm), ISO 200, f 13, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/15 Sekunde & 1/4 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Frühling im Baselbiet

Die letzten 3-4 Wochen waren geprägt vom Kanton Baselland. Etwa Mitte März machte ich meinen ersten Ausflug in den Nordwestschweizer Kanton um mögliche Sujets für Frühlingsfotos zu erkunden. Mittels Internet informierte ich mich in welche Gegenden potenzielle Motive sein könnten. Diese Gegenden fuhr ich dann Mitte März erstmals mit dem Auto ab. Ich machte mir während diesem „Erkundungsausflug“ immer wieder Notizen zu den Gegenden und ob ich zu einem späteren Zeitpunkt dort wieder vorbei gehen soll. Zu Hause analysierte ich dann meine Notizen und machte dann ca. eine Woche später zu meinen favorisierten Orten einen erneuten Ausflug um diese genauer zu erkunden. Ende März blühten dann schon die ersten Kirschbäume im Baselbiet. Von da an machte ich mich fast täglich auf den Weg ins Baselbiet zu den Motiven welche ich die Wochen zuvor auskundschaftete. Dies sicher eine nicht übliche Vorgehensweise um neue Motive zu entdecken. Soweit zu der Vorgeschichte. Nun zum ausgewählten Bild für diesen Beitrag. Am Freitag vor Ostern, das Wetter war mehrheitlich regnerisch, machten wir erneut einen Ausflug ins Baselbiet in die Gegend von Arisdorf. Ich hoffte für ein paar Aufhellung und für spannendes Licht  mit dramatischem Himmel, doch leider war der Himmel eher fade an diesem Nachmittag. Trotzdem hatte ich einen kurzen Moment Glück als die Sonne ein kleines Loch in der Wolkendecke fand. Die Sonnenstrahlen wurden noch durch eine dünne Wolkenschicht gebrochen, so war es nicht direktes, hartes Licht sondern weiches Sonnenlicht welches gerade mein Motiv in schönes Licht rückte. Knappe 2 Minuten und die Wolkendecke verdeckte die Sonne wieder und das Licht war wieder fade. Doch diese kurze Zeit reichte mir zum Glück völlig aus, da ich mein Bild schon komponiert hatte und eigentlich nur auf das richtige Licht warten musste. Den Rest des Tages war nicht mehr viel, doch war ich mit dem einen Bild an diesem Tag völlig zufrieden, da ich den einzigen guten Zeitpunkt nutzen konnte.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 200, f 13, 1/80 Sekunde, Polarizer

Tine de Conflens

Dies war mein erster Besuch der „Tine de Conflens“. Gelegen in einem atemberaubenden Kessel beim Zusammenfluss der Venoge und des Veyron umgeben von Kalksteinwänden in der Nähe des Dorfes La Sarraz im wadtländischen Mittelland. Das Wetter war an diesem Tag ideal um in einer Schlucht zu fotografieren. Ich hoffte auf ein bisschen mehr Nebel, aber der wollte sich an diesem frühen Morgen nicht zeigen. Ich informierte mich im Internet über diesen Ort und studierte Bilder um eine Vorstellung dieser Gegend zu erhalten. So konnte ich mir im Voraus schon ein Bild machen was mich ungefähr erwarten wird.
Ein relativ noch unbekannter Ort aber dafür umso schöner.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 200, f 10, 15 Sekunde, Polarizer

“Mein Solothurn”

In diesem Beitrag möchte ich den Anfang einer Foto-Serie über die Stadt Solothurn machen. Die „Ambassadoren-Stadt“, wie Solothurn auch noch genannt wird, gilt als schönste Barockstadt der Schweiz. Grund genug, mich auch mal näher fotografisch mit dieser Stadt auseinanderzusetzten.  Die Serie trägt den Titel „Mein Solothurn“ und wird eines meiner Hauptprojekte sein in diesem Jahr. So werde ich in diesem Jahr jeden Monat einen neuen Beitrag mit Fotos hier in meinem Blog veröffentlichen. Der Anfang macht ein Bild vom Marktplatz mit dem Fischerbrunnen in den frühen Morgenstunden sowie eine Aufnahme vom Friedhofsplatz bei Tagesanbruch.
Technische Details: Nikon D700, 16-35mmObjektiv (@19mm), ISO 200, f 13, 15 Sekunde

Technische Details: Nikon D700, 16-35mmObjektiv (@18mm), ISO 200, f 13, 13 Sekunde

Nachtfotografie in Les Pres d’Orvin

Ein Arbeitskollege von mir organisierte Ende Februar eine Schneeschuhwanderung in Les Pres d’Orvin mit einem Fondue-Essen in der Métairie de Gléresse . An einem Freitagabend Ende Februar um 18.30 Uhr starteten wir vom Langlaufzentrum in Les Pres d’Orvin mit den Schneeschuhen Richtung Métairie de Gléresse. Die Wanderung ist nicht anstrengend und geht nicht steil Bergauf, so ist es auch geeignet für nicht sportlich Aktive. Nach gut einer Stunde Wanderung in der Dämmerung erreichten wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit die Métairie. Auf dem Weg zur Métairie de Gléresse fand ich das eine oder andere interessante Motiv. Auch in dieser Gegend hat es diese bizarren Bäume. Die Nacht war Sternenklar und somit auch ideal für Nachtaufnahmen. Für alle Fälle nahm ich meine Ausrüstung mit an diesem Abend.
Die Métairie de Gléresse liegt inmitten der wilden idyllischen Bergwelt des Berner Juras auf ca. 1300 Meter. Ein sehr gemütliches Ambiente mit einer 300 jährigen Geschichte, dazu ein wirklich hervorragendes Fondue, ist die Métairie de Gléresse wirklich sehr empfehlenswert.
Nachdem Fondue packte ich mich meine Kamera und wollte die Gelegenheit nutzen für ein paar Nachtfotos zu machen. Nicht weit entfernt von der Métairie fand ich einen interessanten und fotogenen Baum. Dieser wollte ich als Hauptmotiv nutzen für mein Nachtbild mit Sternenhimmel. Mit Hilfe einer starken Taschenlampe und meiner Stirnlampe komponierte ich mein Bild. In der Dunkelheit ein Bild zu komponieren ist sicher nicht das idealste und vor allem auch nicht das einfachste vorhaben. Ich machte ein paar Probebilder und kontrollierte und korrigierte immer wieder meine Komposition bis ich zufrieden war. Dabei achtete ich noch nicht auf die technische Umsetzung. Ich belichtete extra lange um wirklich jedes Detail im Bild zu erkennen, damit ich meine Komposition beurteilen konnte. Diesmal wollte ich keine Sternspuren fotografieren. Dass bedeutete ich musste eine möglichst kurze Belichtungszeit wählen von max. 20 bis 30 Sekunden. Das sollte genügen um die Sternen als einzelne Punkte abzubilden. Dafür muss man natürlich die Iso erhöhen und erhöht dadurch auch die Gefahr des Bildrauschens. Zum Glück hat die D700 ein hervorragendes Rauschverhalten. Ich wählte hier einen Iso-Wert von 1000 mit einer Blende von 6.3 und einer Belichtungszeit von 38 Sekunden. Ich hätte hier durchaus noch einen höheren Iso-Wert wählen können und eine kürzere Belichtungszeit. Den Baum beleuchtete ich dann noch während den letzten 12 Sekunden der Belichtungszeit mit einer starken Taschenlampe, damit sich der Baum vom Rest des Bild abhebt und man Strukturen und Details erkennt. Ich habe hierfür eine LED-Taschenlampe benutzt mit kaltem Licht. Bei dieser Technik sollte man auf eine regelmässige Ausleuchtung achten.
Entwickelt habe ich das Bild mit Lightroom und Photoshop, wobei ich in Lightroom die RAW-Konvertierung vorgenommen habe und in Photoshop so zu sagen das Feintuning gemacht habe. Im Photoshop habe ich unter anderem auch die hellen Bereiche und die dunkleren Bereiche im Baum und im VG angepasst um es harmonischer zu machen. Dazu verwendete ich TK-Luminosity’s Masken (Dodge & Burn).  Für dieses Bild machte ich diesmal auch noch eine Schwarz/Weiss Version da mich persönlich im ersten Moment das Farbbild nicht so recht überzeugen konnte.

Technische Details: Nikon D700, 16-35 Objektiv (@200mm), ISO 1000, f 6.3, 38 Sekunde davon letzte 12 Sekunden Baum belichtet mit Taschenlampe

Winter’s Symphony

Nachdem ich 2 Wochen vorher bei eisigen Temperaturen mein eigentliches Ziel, die bizarren Bäume auf dem Bielberg, verfehlt hatte, machte ich einen erneuten Versuch diese Bäume zu fotografieren. Diesmal war es um einiges wärmer. Nach gut einer einstündigen Schneeschuhwanderung erreichte ich den Bielberg. Leider hatte sich das Raureif auf den Bäumen auch „verabschiedet“. Trotzdem, die bizarren Bäume, geformt durch das raue Wetter hier oben, sind ein perfektes Winter-Sujet. Die Langlaufloipe welche gerade hier durchläuft beschränkte mich ein wenig in meinen Kompositionen und ich musste in ein paar Fotos auch Kompromisse eingehen. Schade, aber auf der anderen Seite ist es auch eine Herausforderung und man wird gezwungen nach der besten Kompositionsmöglichkeit zu suchen. Es war ein sehr ergiebiger Nachmittag und Abend auf dem Bielberg.
Wir haben hier in der Schweiz nicht die unendlichen Weiten und Landschaften ohne Zivilisationseinflüsse wie sie in Australien, Amerika oder auch in Afrika vorkommen. Man muss bei seinen Kompositionen auch immer auf Häuser, Strommasten, Bergbahnen, Strassen und in der Nacht auch auf Lichtverschmutzung und den Verkehr am Himmel achten. Nun, dies alles gehört zu unserer Kultur hier. Es ist ein Teil unserer Landschaft. Beide Arten der Landschaftsfotografie haben ihre Berechtigung. Ich für mich, bevorzuge die pure Landschaft. Doch gibt es durchaus Landschaftskompositionen in welchem ein Bild gewinnt indem man einen Weg oder ein altes Bauernhaus ins Bild integriert. Auch eine Berglandschaft mit einer Alphütte kann besser wirken und unsere Landschaft „ehrlicher“ wiedergeben als ein Bild ohne dies Hütte. Es kommt immer darauf an was man mit dem Bild zeigen will, welche Emotionen man erzeugen möchte. Es ist einfach eine besondere Herausforderung wenn man diese „Zivilisationselemente“ nicht im Bild haben möchte.
Die Langlaufloipe und die Streckenmarkierungen, wovon eine davon direkt vor diesem Baum platziert war, zerstörten für mich die Wirkung des Bildes. Ich versuchte auch, ob ich diese Streckenmarkierung herausziehen konnte, doch die steckte zu fest im Boden. Wann immer ich kann, vermeide ich es bei der „Bildentwicklung“ am PC zu stempeln, doch wenn es nicht anders geht, finde ich dies ein legitimes Werkzeug. Hier versuchte ich nun zuerst einmal eine andere Aufnahmeposition zu finden. Ich wurde auch fündig, doch befand sich der Markierungspfosten immer noch am Rand der Bildkomposition. Also musste ich dieser doch noch wegstempeln. Ich machte aber zugleich noch eine weitere Aufnahme wo ich den Pfosten nicht mehr im Bild hatte, aber den Kompromiss einging, dass ich den Baum, also mein Hauptmotiv, nicht so platzieren konnte wie ich es mir vorstellte. Zu Hause am PC war ich froh, dass ich noch diese zusätzliche Komposition machte, denn diese Aufnahme brauchte ich schlussendlich für mein Bild.
Bei einem anderen Bild genügte es, als ich die Perspektive und die Aufnahme Position änderte und das Bild war so wie ich es mir vorstellte.
Nach Einbruch der Dunkelheit machte ich mich dann auf den Rückweg zum Auto.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@32mm), ISO 200, f 13, 20 Sekunde, Big Stopper (10stop ND Filter Lee)

25 Grad Unter Null

Ein eisig kalter aber wunderschöner Tag Anfang Februar 2012 schien für mich perfekt zu sein um meine Bäume in Les Prés d’Orvin wieder einmal zu besuchen. Eigentlich befinden sich diese Bäume nicht mehr in Les Prés d’Orvin sondern ca. eine gute Stunde Wanderzeit Richtung Chasseral auf dem Bielberg. Die Temperaturen waren weit unter dem Gefrierpunkt und mit der mässigen Bise waren es bestimmt gefühlte -25 bis -30 Grad unter null. Aber ein wunderschöner Tag.
Letzten Herbst war ich hier oben und erkundete die Gegend und dachte schon damals diese Bäume wären geeignete Sujets im Winter.
Nun, im Winter sah die Landschaft dort oben etwas anders aus. Ich fuhr mit dem Auto bis zur Bison-Ranch – weiter kommt man im Winter mit dem Auto nicht mehr. Ich montierte meine Schneeschuhe, packte noch etwas Verpflegung für Unterwegs in meinen Fotorucksack und los ging es Richtung Bielberg. Es gibt gut beschilderte Schneeschuhpfade, doch wenn man die Gegend oben kennt kann man auch abseits der Pfade laufen. Ich rechnete mir aus, dass ich etwas eine gute Stunde brauchen würde bis zum Bielberg. Als ich dann nach gut 90 Minuten das Ziel immer noch nicht vor Augen hatte, bekam ich langsam Zweifel ob ich hier überhaupt auf dem richtigen Weg bin. Kurz darauf erreichte ich vorläufig den höchsten Punkt auf der Krete und zugleich konnte ich mir dort oben einen Überblick machen. Zu meiner Überraschung entdeckte ich weit unterhalb der Krete wo ich mich befand die zahlreichen bizarren wettergeformten Bäume vom Bielberg. Ich hatte mich vertan – musste irgendwo falsch abgebogen sein. Da es bereits 4 Uhr nachmittags war, dachte ich, es gibt’s heute keine Möglichkeit mehr zu diesen Bäumen auf dem Bielberg zu gelangen. Also hiess es improvisieren. Die Winterlandschaft war bezaubernd und somit entschloss ich mich auf der Krete nach schönen Motiv Ausschau zu halten. Verschneite Tannen, schön weisser unberührter Schnee, blauer Himmel mit Wolken – eine typische Winterszene. War also gar nicht so schwer Motive zu finden. Nicht allzu weit vom eigentlichen Schneeschuhpfad entfernt sah ich diese Tanne welche die restlichen überragt. Fand dies ein schönes Motiv. Nun musste ich nur noch etwas haben für den Vordergrund – auch da hatte ich schnell Glück. Da waren diese kleine „Schnee-Hügelchen“ – perfekt für meinen Vordergrund.
Also ging es an die Gestaltung des Bildes. Das Stativ aufzustellen, so dass es stabil und fest steht, war hier nicht unbedingt einfach. Ich musste es richtig in den Schnee „stossen“. Sobald die Verschlüsse im Schnee waren, konnte ich die Stangen nicht mehr verstellen. Es war schon alles festgefroren. Als alles eingerichtet, das Bild komponiert war, musste ich nur noch auf ein paar Wolken am Himmel warten.
Benutzt habe ich hier für dieses Bild einen Polfilter – habe aber beachtet, dass er nicht zu stark wirkt.
Während ich mit den Schneeschuhe durch den Schnee „stapfte“, spürte ich die Kälte nicht – im Gegenteil es fühlte sich eigentlich angenehm an. Aber jetzt wo ich am fotografieren bin, spüre ich meine Finger bald nicht mehr und die beissende Kälte macht mir schon zu schaffen.
Da ich mir nicht ganz sicher war über den Rückweg zum Auto, machte ich mich bei Anbruch der Dämmerung auf den Rückweg, damit ich mir den Weg zurück nicht bei totaler Dunkelheit suchen musste.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@28mm), ISO 200, f 14, 1/125 Sekunde, Polfilter

…..mal was anderes!!! – Auf der Beauty Messe in Zürich

Hier mal etwasganz was anderes von mir. Ich mache zwischendurch neben meiner Landschaftsfotografie im Auftrag noch andere Sachen.
Am ersten März Wochenende habe ich an der Beauty Messe in Zürich für Nail Harmony Switzerland fotografiert.
Ich habe schon ab und zu für meine Lebenspartnerin, welche ein eigenes Nailstudio hat (J.J.‘s Downunder Nails -  http://www.downunder-nails.ch/) in Deitingen, Fotos für Ihre Website gemacht. Auch arbeitet sie im Gelsih Nailhouse(http://www.gelishnailhouse.com/) in Solothurn wofür ich auch schon fotografiert habe.
Ich möchte euch hier nur einmal ein paar Eindrücke der Messe vermitteln und euch Einblick geben in meine Arbeiten abseits der Landschaftsfotografie.

 

Schwägalp

Meine erste Foto Tour im 2012 führte mich in die Ostschweiz, genauer gesagt auf die Schwägalp. Eigentlich hatte ich die Absicht auf den Säntis zu gehen und Bilder vom Säntis aus zu machen. Doch dachte ich mir schon, dass die Stimmung und die Wetterlage nicht perfekt ist für mein Vorhaben, da ich mir ein Nebelmeer wünschte. Es war in dieser Woche keine Hochnebel–Wetter Lage angesagt, doch sollte dies der schönste Tag dieser Woche sein. Also nutzte ich die Gelegenheit. Als wir dann auf der Schwägalp ankamen war ich von der Schneemenge doch sehr überrascht, da es ein paar Tage vorher bis über 1000 Meter Höhe wieder geregnet hatte.
Als ich diese Traumlandschaft auf der Schwägalp sah, änderte ich sofort meine Pläne. Anstatt auf den Säntis zu gehen, machten wir eine „Wanderung“ auf der Schwägalp. Leider hatte ich meine Schneeschuhe nicht mit und so liefen wir eben im bis zu ca. 70cm Tiefen Schnee.
Das Wetter war perfekt – blauer Himmel wechselte sich ab mit Wolken. Das gab dann zwischendurch schöne dramatische Stimmungen. Es war oder weniger eine Erkundungs-Tour, doch bot die Gegend allerhand schöne und interessante Motive. Sowieso wenn das Wetter dann noch mitspielt.
Die Säntis-Kette nahm in diesem Licht ein wenig die Farben des Gesteins des amerikanischen Südwestens an, was mich hier besonders beeindruckte, und zusammen mit dem Schnee einen schönen Farbkontrast ergab. Dann zogen noch ein paar tiefere Wolkenfelder über die Bergkette , der Wind nahm zu und die Stimmung wurde „schön“ dramatisch. Da war die kleine Tanne die ein paar Meter vor uns lag ein richtiger Glücksfall. Ein perfektes Motiv für diese Stimmung zu fotografieren. Im Hintergrund die Säntis-Kette welche von der Sonne beschienen wird und gelb rötlich glühte, die dramatisch schöne Wolkenzeichnung am Himmel und die unberührte Schneefläche. Ein Traum-Motiv. In diesem Moment kam einfach wieder mal alles im richtigen Moment zusammen.

Ein Stativ aufzustellen in ca. 70 bis 80 cm Schneehöhe war auch nicht gerade das einfachste, vor allem wenn es dann noch stabil sein sollte. Ich steckte es so fest in den Schnee wie nur möglich, komponierte mein Bild und wartete dann noch den besten und stimmungsvollsten Moment ab. Um die Wolken besser heraus zu arbeiten und die Farben in den Felsen noch besser zu betonen verwendete ich hier einen Polfilter.
In solchen Momenten vergisst man die Strapazen welche man oft erlebt beim fotografieren in der Natur. Man vergisst, wie oft man schon vergebens mitten in der Nacht aufgestanden ist um nur rechtzeitig vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein, gewartet und gefroren hat und schlussendlich  ohne ein Bild nach Hause gefahren ist. Doch dann gibt es eben auch die anderen Moment wo einfach alles stimmt und man Glück hat – wie dieses Mal hier auf der Schwägalp mit einer schönen dramatischen Stimmung an einem Winter-Nachmittag.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 400, f 13, 1/80, Polfilter