“……….über Gewitter, Kirschbäumen und Abendstimmungen”

An einem der letzten Tage wo die Kirschblüten noch in voller Pracht waren, kam endlich alles zusammen. Dazu hatte ich noch Glück, dass ein Rapsfeld schon am blühen war. Der Wetterbericht war schon vielversprechend und ich dachte mir eigentlich schon, dass an diesem Abend gute Bedingungen sein könnten. Ich fuhr auf der Autobahn von Biel nach Solothurn als eine Gewitterfront über dem Jura aufzog. Zu Hause angekommen packte ich meine Kamera und Ausrüstung und fuhr Richtung Baselbiet.
Fotografen, ob Amateur oder Profi studieren das Licht und ganz besonders wir Landschaftsfotografen sollten sich den feinen Nuancen welches das Licht auf die Landschaft haben kann, bewusst sein. Erst Recht wenn wir wollen, dass sich unsere Bilder aus der wachsenden Bilderflut abhebt.
Jeder kennt diese Bilder von blühenden Kirschbäumen, saftigen Wiesen mit Löwenzahn und einem stahlblauen Himmel, eventuell bestückt mit ein paar einzelnen Wolken. Ich habe viele solche Bilder in meinem Archiv – nur, diese Bilder gehen zum Teil in der Masse unter. Um dieses spezielle Licht einzufangen, wenn die Sonne tief am Horizont ist und die Wolken mit den intensiven gesättigten Farben die Wolken „anleuchten“, sollte man als Fotograf das Licht gut einschätzen können und sich dem feinen Unterschied des Lichtes auch bewusst sein. Man muss sich so zu sagen das Auge dafür aneignen. Natürlich braucht es dazu auch Glück: Das Licht das jetzt gerade noch da war, hat sich „verzogen“, die Lichtsituation hat sich geändert. Dazu kommt aber noch ein weiterer Faktor: Im richtigen Moment am richtigen Ort mit einer guten und interessanten Komposition. Diesen Faktor wiederum können wir steuern, indem wir uns Tage oder Wochen vorher in  dieser Gegend erkunden. Uns eine geeignete Stelle suchen und das Bild schon visuell komponieren. Dann sollte man genügend früh vor Ort sein um das Bild in aller Ruhe zu komponieren und evt. auch Probeaufnahmen zu machen. Dies geht heute im Digitalen Zeitalter ja sehr gut, da man das Bild am Monitor überprüfen kann. Zurück zu meinen Kirschbäumen: ich erkundete das Baselgebiet schon Wochen zuvor und kam in den letzten paar Wochen mehrmals ins Baselbiet. Immer wieder zu den selben Plätzen, damit ich ein „Gespür“ für diese Gegend und Motiv bekam. Ich wusste an diesem Abend, dass ich offenes und weites Land haben sollte, damit ich mit dem Weitwinkel arbeiten kann und somit „Weite“ in meinem Bild vermitteln kann. Die Gegend um Diegten mit Blick gegen die ersten Juraketten war dafür ideal. Mein Glück war, dass ein Rapsfeld schon blühte und da ich genügend Zeit hatte beschäftigte ich mich noch eine Weile mit dem Rapsfeld. Plötzlich wurde es schwarz und ein Gewitterzelle formte sich. Ich schaute auf zum Himmel um zu schauen wie sich die Wolken bewegen, suchte eine geeignete Stelle und komponierte dann mein Bild.  Kurze Zeit später war ich auf dem Feld dem Hagel ausgesetzt. Die Kamera ein wenig geschützt mit einer Plastiktüte, wartete ich bis für mich alles stimmte und drückte dann auf den Auslöser. Bei diesem Bild wollte ich die dramatische Stimmung des Frühlingsgewitters mit den bedrohlichen Wolken, dem Rapsfeld als Farbkontrast und der Jurakette am Horizont bildlich festhalten. Dies war mehr oder weniger kein beabsichtigtes Bild, doch hatte ich hier auch ein wenig Glück im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Nun, machte ich mich auf den Weg zu „meinen Kirschbäumen“. Da ich vorher schon vor Ort war suchte ich mir nur noch den geeignetsten Baum aus für mein Vorhaben. Dazu beobachtete ich die Wolken am Himmel, damit dann zum gegebenen Zeitpunkt, wenn die Sonne untergeht, alles stimmt. Je höher die Wolken am Himmel desto später werden sie leuchten. Dies kann unter Umständen erst 20 bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang sein.

An diesem Abend war das Glück auf meiner Seite und so zu sagen war es „der Zahltag“ der letzten paar Wochen. 

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@20), ISO 250, f 13, 4 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/15 Sekunde,  1/30 Sekunde, 1/125 Sekunde, 1/200 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft, manuell überblendet in Photoshop 

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@32mm), ISO 250, f 16, 1/8 Sekunde, Double Processing (RAW Datei)   

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@30mm), ISO 250, f 11, 1/6 Sekunde

25 Grad Unter Null

Ein eisig kalter aber wunderschöner Tag Anfang Februar 2012 schien für mich perfekt zu sein um meine Bäume in Les Prés d’Orvin wieder einmal zu besuchen. Eigentlich befinden sich diese Bäume nicht mehr in Les Prés d’Orvin sondern ca. eine gute Stunde Wanderzeit Richtung Chasseral auf dem Bielberg. Die Temperaturen waren weit unter dem Gefrierpunkt und mit der mässigen Bise waren es bestimmt gefühlte -25 bis -30 Grad unter null. Aber ein wunderschöner Tag.
Letzten Herbst war ich hier oben und erkundete die Gegend und dachte schon damals diese Bäume wären geeignete Sujets im Winter.
Nun, im Winter sah die Landschaft dort oben etwas anders aus. Ich fuhr mit dem Auto bis zur Bison-Ranch – weiter kommt man im Winter mit dem Auto nicht mehr. Ich montierte meine Schneeschuhe, packte noch etwas Verpflegung für Unterwegs in meinen Fotorucksack und los ging es Richtung Bielberg. Es gibt gut beschilderte Schneeschuhpfade, doch wenn man die Gegend oben kennt kann man auch abseits der Pfade laufen. Ich rechnete mir aus, dass ich etwas eine gute Stunde brauchen würde bis zum Bielberg. Als ich dann nach gut 90 Minuten das Ziel immer noch nicht vor Augen hatte, bekam ich langsam Zweifel ob ich hier überhaupt auf dem richtigen Weg bin. Kurz darauf erreichte ich vorläufig den höchsten Punkt auf der Krete und zugleich konnte ich mir dort oben einen Überblick machen. Zu meiner Überraschung entdeckte ich weit unterhalb der Krete wo ich mich befand die zahlreichen bizarren wettergeformten Bäume vom Bielberg. Ich hatte mich vertan – musste irgendwo falsch abgebogen sein. Da es bereits 4 Uhr nachmittags war, dachte ich, es gibt’s heute keine Möglichkeit mehr zu diesen Bäumen auf dem Bielberg zu gelangen. Also hiess es improvisieren. Die Winterlandschaft war bezaubernd und somit entschloss ich mich auf der Krete nach schönen Motiv Ausschau zu halten. Verschneite Tannen, schön weisser unberührter Schnee, blauer Himmel mit Wolken – eine typische Winterszene. War also gar nicht so schwer Motive zu finden. Nicht allzu weit vom eigentlichen Schneeschuhpfad entfernt sah ich diese Tanne welche die restlichen überragt. Fand dies ein schönes Motiv. Nun musste ich nur noch etwas haben für den Vordergrund – auch da hatte ich schnell Glück. Da waren diese kleine „Schnee-Hügelchen“ – perfekt für meinen Vordergrund.
Also ging es an die Gestaltung des Bildes. Das Stativ aufzustellen, so dass es stabil und fest steht, war hier nicht unbedingt einfach. Ich musste es richtig in den Schnee „stossen“. Sobald die Verschlüsse im Schnee waren, konnte ich die Stangen nicht mehr verstellen. Es war schon alles festgefroren. Als alles eingerichtet, das Bild komponiert war, musste ich nur noch auf ein paar Wolken am Himmel warten.
Benutzt habe ich hier für dieses Bild einen Polfilter – habe aber beachtet, dass er nicht zu stark wirkt.
Während ich mit den Schneeschuhe durch den Schnee „stapfte“, spürte ich die Kälte nicht – im Gegenteil es fühlte sich eigentlich angenehm an. Aber jetzt wo ich am fotografieren bin, spüre ich meine Finger bald nicht mehr und die beissende Kälte macht mir schon zu schaffen.
Da ich mir nicht ganz sicher war über den Rückweg zum Auto, machte ich mich bei Anbruch der Dämmerung auf den Rückweg, damit ich mir den Weg zurück nicht bei totaler Dunkelheit suchen musste.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@28mm), ISO 200, f 14, 1/125 Sekunde, Polfilter

Schwägalp

Meine erste Foto Tour im 2012 führte mich in die Ostschweiz, genauer gesagt auf die Schwägalp. Eigentlich hatte ich die Absicht auf den Säntis zu gehen und Bilder vom Säntis aus zu machen. Doch dachte ich mir schon, dass die Stimmung und die Wetterlage nicht perfekt ist für mein Vorhaben, da ich mir ein Nebelmeer wünschte. Es war in dieser Woche keine Hochnebel–Wetter Lage angesagt, doch sollte dies der schönste Tag dieser Woche sein. Also nutzte ich die Gelegenheit. Als wir dann auf der Schwägalp ankamen war ich von der Schneemenge doch sehr überrascht, da es ein paar Tage vorher bis über 1000 Meter Höhe wieder geregnet hatte.
Als ich diese Traumlandschaft auf der Schwägalp sah, änderte ich sofort meine Pläne. Anstatt auf den Säntis zu gehen, machten wir eine „Wanderung“ auf der Schwägalp. Leider hatte ich meine Schneeschuhe nicht mit und so liefen wir eben im bis zu ca. 70cm Tiefen Schnee.
Das Wetter war perfekt – blauer Himmel wechselte sich ab mit Wolken. Das gab dann zwischendurch schöne dramatische Stimmungen. Es war oder weniger eine Erkundungs-Tour, doch bot die Gegend allerhand schöne und interessante Motive. Sowieso wenn das Wetter dann noch mitspielt.
Die Säntis-Kette nahm in diesem Licht ein wenig die Farben des Gesteins des amerikanischen Südwestens an, was mich hier besonders beeindruckte, und zusammen mit dem Schnee einen schönen Farbkontrast ergab. Dann zogen noch ein paar tiefere Wolkenfelder über die Bergkette , der Wind nahm zu und die Stimmung wurde „schön“ dramatisch. Da war die kleine Tanne die ein paar Meter vor uns lag ein richtiger Glücksfall. Ein perfektes Motiv für diese Stimmung zu fotografieren. Im Hintergrund die Säntis-Kette welche von der Sonne beschienen wird und gelb rötlich glühte, die dramatisch schöne Wolkenzeichnung am Himmel und die unberührte Schneefläche. Ein Traum-Motiv. In diesem Moment kam einfach wieder mal alles im richtigen Moment zusammen.

Ein Stativ aufzustellen in ca. 70 bis 80 cm Schneehöhe war auch nicht gerade das einfachste, vor allem wenn es dann noch stabil sein sollte. Ich steckte es so fest in den Schnee wie nur möglich, komponierte mein Bild und wartete dann noch den besten und stimmungsvollsten Moment ab. Um die Wolken besser heraus zu arbeiten und die Farben in den Felsen noch besser zu betonen verwendete ich hier einen Polfilter.
In solchen Momenten vergisst man die Strapazen welche man oft erlebt beim fotografieren in der Natur. Man vergisst, wie oft man schon vergebens mitten in der Nacht aufgestanden ist um nur rechtzeitig vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein, gewartet und gefroren hat und schlussendlich  ohne ein Bild nach Hause gefahren ist. Doch dann gibt es eben auch die anderen Moment wo einfach alles stimmt und man Glück hat – wie dieses Mal hier auf der Schwägalp mit einer schönen dramatischen Stimmung an einem Winter-Nachmittag.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 400, f 13, 1/80, Polfilter

Wintermorgen

An einem Wintermorgen kurz nach Weihnachten 2011 machte ich mich sehr früh auf den Weg zum Etang de la Gruère im Jura/Schweiz. Hoffte natürlich auf eine interessante und stimmungsvolle Morgenstimmung. Das Licht an jenem Morgen Ende Dezember war bezaubernd, der Himmel bot wenig Dramatik dafür aber schöne Pastell Farben.
Der See war von einer dünnen Eisschicht bedeckt in welcher sich die Farben des Himmels spiegelten.
Immer wieder von neuem bin ich von der Schönheit und Ruhe der Morgenstunden fasziniert und ich habe ein Gefühl der vollen Zufriedenheit. Was für ein Glück solche Momente erleben zu dürfen.
Für diese Aufnahme benutzte ich einen Polfilter sowie einen ND Grauverlaufsfilter 0.6 Hard um den Dynamikumfang zu kontrollieren. Um den Himmel noch etwas kräftiger zu machen, verwendete ich bei der RAW Konvertierung die „double processing“ Technik, welche ich zu einem früheren Zeitpunkt schon ausführlich beschrieben habe. Dass heisst, ich machte eine RAW Konvertierung für den Himmel und eine für den Rest des Bildes. Danach überblendete ich diese zwei Dateien, welche ich als Ebene in Photoshop geladen habe, manuell in Photoshop mit Hilfe von TK’s Luminosity Mask – die geeignete Maske wurde dann noch dementsprechend mit dem Pinsel (schwarz und weiss), dem Nachbelichter und Abwedler Werkzeug, sowie mittels der Option „Maskenkante“ noch verfeinert. Danach noch Kurvenanpassungen und die Sättigung, wobei ich diesmal der Sättigung etwas mehr Aufmerksamkeit schenken will.  Der Bereich der Sättigung ist für mich ein wichtiger Faktor beim entwickeln meiner Bilder. Erstens kann man hier Farbsättigungsprobleme beheben und zweitens kann man kreativ in die Farbgestaltung eingreifen. Hier in diesem Bild wollte ich vor allem den sehr hellen Tonwerten mehr Farbe geben. Das erreichte ich, indem ich mit der „selektiven Farbkorrektur die einzelnen Farben nach meinem Empfinden anpasste und anschliessend mit „Hue/Saturation/Luminosity“ und der dementsprechender Maske die Farben sättigte. Somit habe ich die volle Kontrolle über die Farbgebung.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@26mm), ISO 200, f 11, 3 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Hard, „double processing“, manuell überblendet in Photoshop

Startrails Gurnigel

Nachdem der Schnee endlich in Mengen gefallen ist, zumindest in den Alpen, konnte ich nach Weihnachten meine Bild-Idee „Sternspuren am Gurnigel“ umsetzten. Da das Wetter an diesem Dienstag nach Weihnachten perfekt für dieses Vorhaben zu scheinen schien, fuhr ich im frühen Nachmittag Richtung Gurnigel los. Oben angekommen waren die Verhältnisse perfekt. Strahlend blauer Himmel mit vereinzelnden Schleierwolken, unten über dem Tal eine Nebeldecke und die Temperaturen waren ziemlich mild.  Beste Voraussetzung für einen langen Abend unter freiem Himmel um Sternspuren zu fotografieren. Also nahm ich meine Ausrüstung Aus dem Auto und zog los Richtung Selibüel und suchte mir einen idealen Platz von wo aus ich eine ansprechende Komposition mit dem Gantrisch-Gebirge komponieren konnte. Eigentlich wollte ich eine Schneebedeckte Tanne als Vordergrund für meine Komposition verwenden, doch musste ich diese Idee verwerfen da es doch relativ windig war an diesem Nachmittag. Irgendwie sollte ich an diesem Nachmittag keine ansprechendes Vordergrund Motiv für meine Komposition finden so gab ich mich mit einer einfachen Komposition zufrieden: Im untersten Teil des Bildes die Berge und der Rest der nächtliche Himmel über den Berner Alpen mit den Sternspuren. Ich dachte die Sternspuren und die Berge im nächtlichen Licht sollten genug Interessant sein um dem Bild Spannung zu verleihen. Ich wollte absichtlich nicht mehr „Berglandschaft“ auf dem Bild haben um Zivilisationseinflüsse, sprich Lichtverschmutzung, zu vermeiden. Trotzdem musste ich eine paar unvorhergesehene Probleme bewältigen. Noch vor Sonnenuntergang komponierte ich mein Bild damit ich genügend Licht hatte um das Bild zu gestalten. Machte ein paar Probeaufnahmen und korrigierte immer wieder meinen Bildausschnitt. Danach begann das lange warten – so ca. um 16:50 Uhr ging dann die Sonnte unter. Eine halbe Stunde später machte ich eine weitere Probeaufnahme und kontrollierte die Komposition erneut. Dies war nötig damit ich wirklich sämtliches Licht welches von Häuser oder Strassen herrührte vermeiden konnte. Somit korrigierte ich ein paar Mal meinen Bildausschnitt.
Zirka um 18:30 Uhr fing ich dann mit meinen Aufnahmen an. Ursprünglich wollte ich eine 2 ½ Stunden Belichtung, doch da ich nicht meine ursprüngliche Komposition machen konnte, reichte eine gute Stunde Belichtung völlig aus um meine Idee umzusetzen. Dazu entschied ich mich für 16 Einzelaufnahmen zu 247 Sekunden Belichtungszeit mit einer Blende von f8 mit einer Iso von 400. Das ganze habe ich mit einem programmierbaren Fernauslöser gemacht. Die Spiegelvorauslösung ist für solche Aufnahmen ausgeschaltet, der Weissabgleich auf manuell und der Autofokus logischerweise deaktiviert. Somit konnte ich nun den Abend unter dem Sternenhimmel geniessen. Habe dazu immer genügend Snacks dabei und eine Thermosflasche warmen Tee oder Kaffee.  Und natürlich warme Kleidung. Zur Technik des überblenden in Photoshop möchte ich mich hier diesmal nicht weiter eingehen. Möchte aber auf den Blog-Eintrag „Startrails Bucheggberg“ vom Decemebr 2011 verweisen. Dort kann man die Details zum Workflow am Pc nachlesen.
Noch etwas zum Schluss: auch ein sehr wichtiges Utensil für Nachtaufnahmen ist eine starke Taschenlampe. Der Rückweg zum Auto in der Nacht kann ohne Licht nicht ganz einfach werden und dazu kann man die Taschenlampe auch bei Aufnahmen kreativ einsetzten.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@20mm), ISO 400, f 8, 16 Belichtungen à 4 Minuten 7 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Les Pres d’Orvin

Meine Mutter und ihr Lebenspartner erzählten mir in den letzten paar Wochen (Herbst 2011) immer wieder von den bizarren Bäumen welche sie in der Region von Les Pres d’Orvin oberhalb von Biel gesehen haben. Auch schickten sie mir per Sms ein paar Fotos von diesen Bäumen. Ich war so fasziniert von diesen Bäumen und dachte diese könnten sich gut eignen für eine Serie. Somit machten wir an einem Sonntag im November mal einen Ausflug nach Les Pres d’Orvin um die Gegend zu erkunden. Das Mittelland war unter einer Hochnebeldecke begraben und somit flohen viele Sonnenhungrige in die Jurahöhen. Wir waren zum Glück relativ früh oben und es war noch nicht von Menschenmassen überlaufen. Ich dachte eigentlich nicht, dass ich an diesem Tag fotografieren würde, doch ergaben sich die eine oder andere interessante Lichtsituationen mit diesen bizarren Bäume. Bei diesem hier viel mir der grafische Effekt im Gegenlicht auf und wie das Moss auf den Ästen des Baumes schön leuchtete. Die Äste und Zweige im oberen Teil des Bildes wirken relativ chaotisch und es war nicht einfach hier Ordnung rein zu bringen – hoffe es ist mir einigermassen gelungen.
Auf jeden Fall eine Gegend welche ich wieder aufsuchen werde. Spätestens wieder für Winter-Bilder. Diese Bäume eignen sich für ein paar interessante Kompositionen.

Technische Details: Nikon D700, Nikkor AFS 70-200/f2.8G IF VR ED (@80mm), ISO 200, f 13, 1/5 Sekunde, Polarizer

Hier noch ein zusätzliches Bild

Technische Details: Nikon D700, Nikkor AF 16-35/f4 (@32mm), ISO 200, f 11, 1/50 Sekunde, Polarizer

Morgen am Stellisee

Nach einer kurzen und kühlen Nacht stand ich kurz vor 5 Uhr Morgens auf um noch weitere Fotos der Vollmondnacht zu machen. Mit Blick auf den Stellisee und noch im warmen Schlafsack eingehüllt ass ich noch ein kleines Frühstück bestehend aus Brot vom Vortag und Studentenfutter bevor ich dann meine Ausrüstung packte und weiter fotografierte. Die Lichtsituation war jetzt anders – gestern Abend hatte ich das Mondlicht im Rücken und nun hatte ich eine Gegenlichtsituation was aber auch recht interessant war. Das Licht war aber schwerer zu kontrollieren. Damit die zwei Felsen im Vordergrund bei dieser Komposition hier nicht im dunklen verschwanden, beleuchtete ich diese am Ende meiner 89 Sekunden langen Belichtungszeit ca. während 10 Sekunden noch mit einer starken Taschenlampe. Es brauchte 3 Versuche bis ich mit der Aufnahme zufrieden war.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@29mm), ISO 400, f 9, 89 Sekunde, ca 10 Sekunden Beleuchtung mit Taschenlampe für Felsen im VG, Polarizer

Abend am Stellisee

Das Zelt steht, habe wärmere Kleider für den Abend übergezogen und nun heisst es warten bis das Licht stimmt. Ich hoffe natürlich noch auf ein paar Wolken für eine schöne Abendstimmung. Nachdem ich am Nachmittag oben am Stellisee schon Roland Gerth getroffen habe, hatte ich an diesem Abend noch das Vergnügen Andreas Resch, Dietrich Gloger (Österreich) und Giovanni Rusello (Italien), welche ich vom NPN Forum kenne, persönlich kennen zu lernen. Es ist immer wieder toll andere Fotografen, welche man beim Namen kennt, völlig unerwartet beim fotografieren vor Ort persönlich zu treffen.
Es gab noch ein paar Wolken an diesem Abend kurz vor Sonnenuntergang aber sonst war die Sonnenuntergangs-Stimmung eher enttäuschend für mich, doch trotzdem machte es Spass diese Schauspiel geniessen zu dürfen. Aber das eigentlich Highlight an diesem Abend kam erst noch. Es war eine Vollmondnacht und diese war perfekt. So enttäuschend der Sonnenuntergang gerade noch war umso berauschender und faszinierender war dann die Nacht mit dem Mondschein. Auch gab es kleinere Wolken die den Himmel interessanter machten. Für mich war dies der Höhepunkt dieser 2 Tages Tour am Matterhorn. Bevor ich mich dann in meinen Schlafsack verkroch, machte ich noch ein paar Aufnahmen vom Zelt mit dem Stellisee und dem Matterhorn im Hintergrund.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@26mm), ISO 400, f 8, 137 Sekunde, Polarizer

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@26mm), ISO 400, f 8, 69 Sekunde

Herbst am Matterhorn (Teil 1)

Da ich meine 2 Tage die ich am Grindjisee und am Stellisee zum fotografieren verbringen optimal nutzen wollte und deshalb am ersten Tag schon frühestmöglich am Grindjisee sein wollte, musste ich Frühmorgens in Solothurn losfahren. Wegen dem Wintereinbruch Anfangs Oktober in den Bergen und dem anschliessendem Regen und warmen Temperaturen in den Höhen kam es in Teilen des Berner Oberlands sowie im Wallis zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Dies hatte zur Folge, dass der Autoverlad in Lötschberg eingestellt werden musste. Dies bedeutete für mich, dass sich die Fahrzeit nach Zermatt um ca. 1/3 verlängerte, da ich durch das ganze Rohnetal fahren musste. Also fuhr ich bereits um 4 Uhr morgens in Solothurn ab, damit ich die erste Bahn auf die Sunegga nehmen konnte. Um 8 Uhr morgens war ich dann  mit meiner kompletten Ausrüstung bei der Talstation der Sunegga-Rothornbahn in Zermatt. Da an diesem Morgen noch ein paar Wanderer und Arbeiter sich entschieden haben so früh auf die Sunegga zu gehen, beschloss Sie die erste Bergfahrt eine halbe Stunde vorzulegen. Damit war ich natürlich auch eine halbe Stunde früher am Grindjisee. Eine gute Stunde später erreichte ich dann den Grindjisee.
In Zermatt unten hatte ich noch Bedenken ob die Lärchen oben am Grindjisee wohl schon gold-gelb gefärbt sind, da sie im Tal unten immer noch grün waren. Doch zum Glück waren meine Bedenken unbegründet – am Grindjisee zeigte sich der Herbst in seinem schönsten Kleid. Die Bedingungen zum fotografieren am Grindjisee waren gut. Zwar keine Aufregende und dramatische Stimmung dafür einfach klassisch, herbstlich mit goldgelb gefärbten Lärchen, blauem Himmel mit etwas Schleierwolken und schneebedeckten Bergen.
Neben der bekannte und schon oft fotografierten Komposition mit dem Grindjisee, den goldenen Lärchen, dem Matterhorn und seiner Spiegelung suchte ich auch nach neuen und weniger bekannten Kompositionen dieser traumhaften Herbstlandschaft.
Als die Lichtverhältnisse langsam schlechter wurden und das Licht hart, entschloss ich mich, bevor ich den Aufstieg zum Stellisee in Angriff nahm, etwas kleines zu essen. Im frühen Nachmittag machte ich mich dann an den ca. 45 Minütigen Aufstieg zum Stellisee. Oben am Stellisee angekommen setzte ich mich erst mal auf einen Stein und genoss die herrliche Landschaft in der Nachmittags-Sonne. Im Laufe des Nachmittags fand noch Roland Gerth, ein bekannter Fotografen Kollege den Weg zum Stellisee. Nach einer interessanten Diskussion über Fotografie entschieden wir noch einmal zum Grindjisee zu wandern um noch ein paar Bilder im Licht des späten Nachmittags zu machen. Um diese Zeit ist nicht gerade ideales Licht um am Grindjisee zu fotografieren, vor allem wenn man den See mit dem Matterhorn fotografieren möchte. Das Licht ist relativ hart und man hat eine Gegenlichtsituation. Die farbigen Lärchen kommen nicht zur Geltung. Aber die Gegend bietet so viele, dass man genügend andere Kompositionen finden kann. Nach diesem unvorhergesehen Abstecher zurück an den Grindjisee wanderten wir wieder zurück zum Stellisee um unsere Zelte aufzustellen und am Abend dann die Abendstimmung am Stellisee zu fotografieren.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@35mm), ISO 200, f 13, 1/30 Sekunde, Polfilter, ND 0.9 Soft Grad Filter

Creux Du Vans

Richtiges April Wetter hatten wir an diesem Tag Ende Juli 2011. So entschied ich mich, nachdem ich den Nachmittag in der Twannbachschlucht verbracht hatte, noch zum Creux Du Van zu gehen. Obwohl der Creux Du Van am faszinierendsten bei Morgenlicht ist wenn die Sonne die Kalksteinwand anstrahlt, dachte ich dies könnte heute noch eine spektakuläre Stimmung geben. Und so war es auch. Lange Zeit sah es doch danach aus, als sich die Wolken am Horizont nicht mehr auflösen würden, doch dann kurz vor Sonnenuntergang lösten sich die Wolken zum Teil auf am Horizont und zur gleichen Zeit formatierten sich über dem Creux Du Van beachtliche und dramatische Wolken. Zwischendurch fielen auch ein paar vereinzelnde Regentropfen vom Himmel. Meine Komposition war schnell gefunden, war ich doch schon ein paar Mal dort oben  und kannte somit die Location recht gut.
Creux Du Vans war und ist für mich bis jetzt ein wenig ein „verfluchter“ Ort.  Ich war über ein paar Jahre hinweg schon mehrmals oben, doch irgendetwas kam immer dazwischen und ich war mit den gemachten Bildern nie so recht glücklich. Letzten Sommer hatte ich den perfekten Morgen, doch als ich hier am Morgen abfuhr war alles Wolkenbedeckt und ich dachte das wird heute nicht viel. Ging zwar trotzdem aber ich war zeitlich etwas knapp dran. Als ich dann oben auf dem Parkplatz ankam, realisierte ich, dass dies eine perfekte phänomenale Morgenstimmung geben würde. Schnell stieg ich aus dem Auto und packte meine Sachen und wanderte die 15 Minuten bis zu den Klippen des Creux Du Vans. Oben angekommen, machte ich in der Eile eine Fehlentscheidung und entschied mich an das andere Ende des Creux Du Vans zu gehen……….ich hatte einfach diese Kompositionsidee im Kopf. Ich ignorierte alle anderen möglichen Kompositionen die ich an diesem Morgen sah……..als ich dort ankam und meine Kamera aufstellen wollte, war die ganze Stimmung schon vorbei. Manchmal ist man so fixiert auf eine Komposition, dass man dabei blind wird für die anderen möglichen Bildideen. Ich finde „Pre-Visualizing“ sehr hilfreich und zum Teil auch erforderlich für gute Landschaftsfotografie; doch sollte man sich dabei nicht erblinden lassen und andere gute Motiv im besten Licht entgehen lassen. Es ist eine Lektion die ich immer wieder von neuem lernen muss. Manchmal sollte man seine Vorstellung eines Bildes beiseite legen und sich auf das Fokussieren was wirklich um uns herum ist.
Dies hier ist bis jetzt das stimmungsvollste Bild vom Creux Du Vans. Zu der technischen Seite des Bildes: da dies eigentlich eine Gegenlicht Aufnahme ist und damit ich das Licht besser kontrollieren konnte benutzte ich einen ND Grad Filter von Lee (ND-Grad Soft 0.6). Da eine einzige Aufnahme nicht genügte um den ganzen Dynamik Umfang einzufangen machte ich eine Aufnahme mit 1/6 Sekunde für den VG und eine zweite von 1/15 Sekunde für den Himmel. Die beiden RAW Dateien wurden in Lightroom angepasst und danach als Ebenen in Photoshop geladen und manuell überblendet. Anschliessend wurden noch Anpassungen an den Tonwerten mit den Luminanz Masken vorgenommen sowie die Sättigung eingestellt.
Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 200, f 13, 2 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/6 Sekunde & 1/15 Sekunde, ND Grad Filter 0.6, manuell überblendet in Photoshop