“……….über Gewitter, Kirschbäumen und Abendstimmungen”

An einem der letzten Tage wo die Kirschblüten noch in voller Pracht waren, kam endlich alles zusammen. Dazu hatte ich noch Glück, dass ein Rapsfeld schon am blühen war. Der Wetterbericht war schon vielversprechend und ich dachte mir eigentlich schon, dass an diesem Abend gute Bedingungen sein könnten. Ich fuhr auf der Autobahn von Biel nach Solothurn als eine Gewitterfront über dem Jura aufzog. Zu Hause angekommen packte ich meine Kamera und Ausrüstung und fuhr Richtung Baselbiet.
Fotografen, ob Amateur oder Profi studieren das Licht und ganz besonders wir Landschaftsfotografen sollten sich den feinen Nuancen welches das Licht auf die Landschaft haben kann, bewusst sein. Erst Recht wenn wir wollen, dass sich unsere Bilder aus der wachsenden Bilderflut abhebt.
Jeder kennt diese Bilder von blühenden Kirschbäumen, saftigen Wiesen mit Löwenzahn und einem stahlblauen Himmel, eventuell bestückt mit ein paar einzelnen Wolken. Ich habe viele solche Bilder in meinem Archiv – nur, diese Bilder gehen zum Teil in der Masse unter. Um dieses spezielle Licht einzufangen, wenn die Sonne tief am Horizont ist und die Wolken mit den intensiven gesättigten Farben die Wolken „anleuchten“, sollte man als Fotograf das Licht gut einschätzen können und sich dem feinen Unterschied des Lichtes auch bewusst sein. Man muss sich so zu sagen das Auge dafür aneignen. Natürlich braucht es dazu auch Glück: Das Licht das jetzt gerade noch da war, hat sich „verzogen“, die Lichtsituation hat sich geändert. Dazu kommt aber noch ein weiterer Faktor: Im richtigen Moment am richtigen Ort mit einer guten und interessanten Komposition. Diesen Faktor wiederum können wir steuern, indem wir uns Tage oder Wochen vorher in  dieser Gegend erkunden. Uns eine geeignete Stelle suchen und das Bild schon visuell komponieren. Dann sollte man genügend früh vor Ort sein um das Bild in aller Ruhe zu komponieren und evt. auch Probeaufnahmen zu machen. Dies geht heute im Digitalen Zeitalter ja sehr gut, da man das Bild am Monitor überprüfen kann. Zurück zu meinen Kirschbäumen: ich erkundete das Baselgebiet schon Wochen zuvor und kam in den letzten paar Wochen mehrmals ins Baselbiet. Immer wieder zu den selben Plätzen, damit ich ein „Gespür“ für diese Gegend und Motiv bekam. Ich wusste an diesem Abend, dass ich offenes und weites Land haben sollte, damit ich mit dem Weitwinkel arbeiten kann und somit „Weite“ in meinem Bild vermitteln kann. Die Gegend um Diegten mit Blick gegen die ersten Juraketten war dafür ideal. Mein Glück war, dass ein Rapsfeld schon blühte und da ich genügend Zeit hatte beschäftigte ich mich noch eine Weile mit dem Rapsfeld. Plötzlich wurde es schwarz und ein Gewitterzelle formte sich. Ich schaute auf zum Himmel um zu schauen wie sich die Wolken bewegen, suchte eine geeignete Stelle und komponierte dann mein Bild.  Kurze Zeit später war ich auf dem Feld dem Hagel ausgesetzt. Die Kamera ein wenig geschützt mit einer Plastiktüte, wartete ich bis für mich alles stimmte und drückte dann auf den Auslöser. Bei diesem Bild wollte ich die dramatische Stimmung des Frühlingsgewitters mit den bedrohlichen Wolken, dem Rapsfeld als Farbkontrast und der Jurakette am Horizont bildlich festhalten. Dies war mehr oder weniger kein beabsichtigtes Bild, doch hatte ich hier auch ein wenig Glück im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Nun, machte ich mich auf den Weg zu „meinen Kirschbäumen“. Da ich vorher schon vor Ort war suchte ich mir nur noch den geeignetsten Baum aus für mein Vorhaben. Dazu beobachtete ich die Wolken am Himmel, damit dann zum gegebenen Zeitpunkt, wenn die Sonne untergeht, alles stimmt. Je höher die Wolken am Himmel desto später werden sie leuchten. Dies kann unter Umständen erst 20 bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang sein.

An diesem Abend war das Glück auf meiner Seite und so zu sagen war es „der Zahltag“ der letzten paar Wochen. 

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@20), ISO 250, f 13, 4 Belichtungen für Kontrastumfang von 1/15 Sekunde,  1/30 Sekunde, 1/125 Sekunde, 1/200 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft, manuell überblendet in Photoshop 

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@32mm), ISO 250, f 16, 1/8 Sekunde, Double Processing (RAW Datei)   

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@30mm), ISO 250, f 11, 1/6 Sekunde

25 Grad Unter Null

Ein eisig kalter aber wunderschöner Tag Anfang Februar 2012 schien für mich perfekt zu sein um meine Bäume in Les Prés d’Orvin wieder einmal zu besuchen. Eigentlich befinden sich diese Bäume nicht mehr in Les Prés d’Orvin sondern ca. eine gute Stunde Wanderzeit Richtung Chasseral auf dem Bielberg. Die Temperaturen waren weit unter dem Gefrierpunkt und mit der mässigen Bise waren es bestimmt gefühlte -25 bis -30 Grad unter null. Aber ein wunderschöner Tag.
Letzten Herbst war ich hier oben und erkundete die Gegend und dachte schon damals diese Bäume wären geeignete Sujets im Winter.
Nun, im Winter sah die Landschaft dort oben etwas anders aus. Ich fuhr mit dem Auto bis zur Bison-Ranch – weiter kommt man im Winter mit dem Auto nicht mehr. Ich montierte meine Schneeschuhe, packte noch etwas Verpflegung für Unterwegs in meinen Fotorucksack und los ging es Richtung Bielberg. Es gibt gut beschilderte Schneeschuhpfade, doch wenn man die Gegend oben kennt kann man auch abseits der Pfade laufen. Ich rechnete mir aus, dass ich etwas eine gute Stunde brauchen würde bis zum Bielberg. Als ich dann nach gut 90 Minuten das Ziel immer noch nicht vor Augen hatte, bekam ich langsam Zweifel ob ich hier überhaupt auf dem richtigen Weg bin. Kurz darauf erreichte ich vorläufig den höchsten Punkt auf der Krete und zugleich konnte ich mir dort oben einen Überblick machen. Zu meiner Überraschung entdeckte ich weit unterhalb der Krete wo ich mich befand die zahlreichen bizarren wettergeformten Bäume vom Bielberg. Ich hatte mich vertan – musste irgendwo falsch abgebogen sein. Da es bereits 4 Uhr nachmittags war, dachte ich, es gibt’s heute keine Möglichkeit mehr zu diesen Bäumen auf dem Bielberg zu gelangen. Also hiess es improvisieren. Die Winterlandschaft war bezaubernd und somit entschloss ich mich auf der Krete nach schönen Motiv Ausschau zu halten. Verschneite Tannen, schön weisser unberührter Schnee, blauer Himmel mit Wolken – eine typische Winterszene. War also gar nicht so schwer Motive zu finden. Nicht allzu weit vom eigentlichen Schneeschuhpfad entfernt sah ich diese Tanne welche die restlichen überragt. Fand dies ein schönes Motiv. Nun musste ich nur noch etwas haben für den Vordergrund – auch da hatte ich schnell Glück. Da waren diese kleine „Schnee-Hügelchen“ – perfekt für meinen Vordergrund.
Also ging es an die Gestaltung des Bildes. Das Stativ aufzustellen, so dass es stabil und fest steht, war hier nicht unbedingt einfach. Ich musste es richtig in den Schnee „stossen“. Sobald die Verschlüsse im Schnee waren, konnte ich die Stangen nicht mehr verstellen. Es war schon alles festgefroren. Als alles eingerichtet, das Bild komponiert war, musste ich nur noch auf ein paar Wolken am Himmel warten.
Benutzt habe ich hier für dieses Bild einen Polfilter – habe aber beachtet, dass er nicht zu stark wirkt.
Während ich mit den Schneeschuhe durch den Schnee „stapfte“, spürte ich die Kälte nicht – im Gegenteil es fühlte sich eigentlich angenehm an. Aber jetzt wo ich am fotografieren bin, spüre ich meine Finger bald nicht mehr und die beissende Kälte macht mir schon zu schaffen.
Da ich mir nicht ganz sicher war über den Rückweg zum Auto, machte ich mich bei Anbruch der Dämmerung auf den Rückweg, damit ich mir den Weg zurück nicht bei totaler Dunkelheit suchen musste.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@28mm), ISO 200, f 14, 1/125 Sekunde, Polfilter

Schwägalp

Meine erste Foto Tour im 2012 führte mich in die Ostschweiz, genauer gesagt auf die Schwägalp. Eigentlich hatte ich die Absicht auf den Säntis zu gehen und Bilder vom Säntis aus zu machen. Doch dachte ich mir schon, dass die Stimmung und die Wetterlage nicht perfekt ist für mein Vorhaben, da ich mir ein Nebelmeer wünschte. Es war in dieser Woche keine Hochnebel–Wetter Lage angesagt, doch sollte dies der schönste Tag dieser Woche sein. Also nutzte ich die Gelegenheit. Als wir dann auf der Schwägalp ankamen war ich von der Schneemenge doch sehr überrascht, da es ein paar Tage vorher bis über 1000 Meter Höhe wieder geregnet hatte.
Als ich diese Traumlandschaft auf der Schwägalp sah, änderte ich sofort meine Pläne. Anstatt auf den Säntis zu gehen, machten wir eine „Wanderung“ auf der Schwägalp. Leider hatte ich meine Schneeschuhe nicht mit und so liefen wir eben im bis zu ca. 70cm Tiefen Schnee.
Das Wetter war perfekt – blauer Himmel wechselte sich ab mit Wolken. Das gab dann zwischendurch schöne dramatische Stimmungen. Es war oder weniger eine Erkundungs-Tour, doch bot die Gegend allerhand schöne und interessante Motive. Sowieso wenn das Wetter dann noch mitspielt.
Die Säntis-Kette nahm in diesem Licht ein wenig die Farben des Gesteins des amerikanischen Südwestens an, was mich hier besonders beeindruckte, und zusammen mit dem Schnee einen schönen Farbkontrast ergab. Dann zogen noch ein paar tiefere Wolkenfelder über die Bergkette , der Wind nahm zu und die Stimmung wurde „schön“ dramatisch. Da war die kleine Tanne die ein paar Meter vor uns lag ein richtiger Glücksfall. Ein perfektes Motiv für diese Stimmung zu fotografieren. Im Hintergrund die Säntis-Kette welche von der Sonne beschienen wird und gelb rötlich glühte, die dramatisch schöne Wolkenzeichnung am Himmel und die unberührte Schneefläche. Ein Traum-Motiv. In diesem Moment kam einfach wieder mal alles im richtigen Moment zusammen.

Ein Stativ aufzustellen in ca. 70 bis 80 cm Schneehöhe war auch nicht gerade das einfachste, vor allem wenn es dann noch stabil sein sollte. Ich steckte es so fest in den Schnee wie nur möglich, komponierte mein Bild und wartete dann noch den besten und stimmungsvollsten Moment ab. Um die Wolken besser heraus zu arbeiten und die Farben in den Felsen noch besser zu betonen verwendete ich hier einen Polfilter.
In solchen Momenten vergisst man die Strapazen welche man oft erlebt beim fotografieren in der Natur. Man vergisst, wie oft man schon vergebens mitten in der Nacht aufgestanden ist um nur rechtzeitig vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein, gewartet und gefroren hat und schlussendlich  ohne ein Bild nach Hause gefahren ist. Doch dann gibt es eben auch die anderen Moment wo einfach alles stimmt und man Glück hat – wie dieses Mal hier auf der Schwägalp mit einer schönen dramatischen Stimmung an einem Winter-Nachmittag.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@24mm), ISO 400, f 13, 1/80, Polfilter

Wintermorgen

An einem Wintermorgen kurz nach Weihnachten 2011 machte ich mich sehr früh auf den Weg zum Etang de la Gruère im Jura/Schweiz. Hoffte natürlich auf eine interessante und stimmungsvolle Morgenstimmung. Das Licht an jenem Morgen Ende Dezember war bezaubernd, der Himmel bot wenig Dramatik dafür aber schöne Pastell Farben.
Der See war von einer dünnen Eisschicht bedeckt in welcher sich die Farben des Himmels spiegelten.
Immer wieder von neuem bin ich von der Schönheit und Ruhe der Morgenstunden fasziniert und ich habe ein Gefühl der vollen Zufriedenheit. Was für ein Glück solche Momente erleben zu dürfen.
Für diese Aufnahme benutzte ich einen Polfilter sowie einen ND Grauverlaufsfilter 0.6 Hard um den Dynamikumfang zu kontrollieren. Um den Himmel noch etwas kräftiger zu machen, verwendete ich bei der RAW Konvertierung die „double processing“ Technik, welche ich zu einem früheren Zeitpunkt schon ausführlich beschrieben habe. Dass heisst, ich machte eine RAW Konvertierung für den Himmel und eine für den Rest des Bildes. Danach überblendete ich diese zwei Dateien, welche ich als Ebene in Photoshop geladen habe, manuell in Photoshop mit Hilfe von TK’s Luminosity Mask – die geeignete Maske wurde dann noch dementsprechend mit dem Pinsel (schwarz und weiss), dem Nachbelichter und Abwedler Werkzeug, sowie mittels der Option „Maskenkante“ noch verfeinert. Danach noch Kurvenanpassungen und die Sättigung, wobei ich diesmal der Sättigung etwas mehr Aufmerksamkeit schenken will.  Der Bereich der Sättigung ist für mich ein wichtiger Faktor beim entwickeln meiner Bilder. Erstens kann man hier Farbsättigungsprobleme beheben und zweitens kann man kreativ in die Farbgestaltung eingreifen. Hier in diesem Bild wollte ich vor allem den sehr hellen Tonwerten mehr Farbe geben. Das erreichte ich, indem ich mit der „selektiven Farbkorrektur die einzelnen Farben nach meinem Empfinden anpasste und anschliessend mit „Hue/Saturation/Luminosity“ und der dementsprechender Maske die Farben sättigte. Somit habe ich die volle Kontrolle über die Farbgebung.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@26mm), ISO 200, f 11, 3 Sekunden, ND Grad Filter 0.6 Hard, „double processing“, manuell überblendet in Photoshop

Startrails Gurnigel

Nachdem der Schnee endlich in Mengen gefallen ist, zumindest in den Alpen, konnte ich nach Weihnachten meine Bild-Idee „Sternspuren am Gurnigel“ umsetzten. Da das Wetter an diesem Dienstag nach Weihnachten perfekt für dieses Vorhaben zu scheinen schien, fuhr ich im frühen Nachmittag Richtung Gurnigel los. Oben angekommen waren die Verhältnisse perfekt. Strahlend blauer Himmel mit vereinzelnden Schleierwolken, unten über dem Tal eine Nebeldecke und die Temperaturen waren ziemlich mild.  Beste Voraussetzung für einen langen Abend unter freiem Himmel um Sternspuren zu fotografieren. Also nahm ich meine Ausrüstung Aus dem Auto und zog los Richtung Selibüel und suchte mir einen idealen Platz von wo aus ich eine ansprechende Komposition mit dem Gantrisch-Gebirge komponieren konnte. Eigentlich wollte ich eine Schneebedeckte Tanne als Vordergrund für meine Komposition verwenden, doch musste ich diese Idee verwerfen da es doch relativ windig war an diesem Nachmittag. Irgendwie sollte ich an diesem Nachmittag keine ansprechendes Vordergrund Motiv für meine Komposition finden so gab ich mich mit einer einfachen Komposition zufrieden: Im untersten Teil des Bildes die Berge und der Rest der nächtliche Himmel über den Berner Alpen mit den Sternspuren. Ich dachte die Sternspuren und die Berge im nächtlichen Licht sollten genug Interessant sein um dem Bild Spannung zu verleihen. Ich wollte absichtlich nicht mehr „Berglandschaft“ auf dem Bild haben um Zivilisationseinflüsse, sprich Lichtverschmutzung, zu vermeiden. Trotzdem musste ich eine paar unvorhergesehene Probleme bewältigen. Noch vor Sonnenuntergang komponierte ich mein Bild damit ich genügend Licht hatte um das Bild zu gestalten. Machte ein paar Probeaufnahmen und korrigierte immer wieder meinen Bildausschnitt. Danach begann das lange warten – so ca. um 16:50 Uhr ging dann die Sonnte unter. Eine halbe Stunde später machte ich eine weitere Probeaufnahme und kontrollierte die Komposition erneut. Dies war nötig damit ich wirklich sämtliches Licht welches von Häuser oder Strassen herrührte vermeiden konnte. Somit korrigierte ich ein paar Mal meinen Bildausschnitt.
Zirka um 18:30 Uhr fing ich dann mit meinen Aufnahmen an. Ursprünglich wollte ich eine 2 ½ Stunden Belichtung, doch da ich nicht meine ursprüngliche Komposition machen konnte, reichte eine gute Stunde Belichtung völlig aus um meine Idee umzusetzen. Dazu entschied ich mich für 16 Einzelaufnahmen zu 247 Sekunden Belichtungszeit mit einer Blende von f8 mit einer Iso von 400. Das ganze habe ich mit einem programmierbaren Fernauslöser gemacht. Die Spiegelvorauslösung ist für solche Aufnahmen ausgeschaltet, der Weissabgleich auf manuell und der Autofokus logischerweise deaktiviert. Somit konnte ich nun den Abend unter dem Sternenhimmel geniessen. Habe dazu immer genügend Snacks dabei und eine Thermosflasche warmen Tee oder Kaffee.  Und natürlich warme Kleidung. Zur Technik des überblenden in Photoshop möchte ich mich hier diesmal nicht weiter eingehen. Möchte aber auf den Blog-Eintrag „Startrails Bucheggberg“ vom Decemebr 2011 verweisen. Dort kann man die Details zum Workflow am Pc nachlesen.
Noch etwas zum Schluss: auch ein sehr wichtiges Utensil für Nachtaufnahmen ist eine starke Taschenlampe. Der Rückweg zum Auto in der Nacht kann ohne Licht nicht ganz einfach werden und dazu kann man die Taschenlampe auch bei Aufnahmen kreativ einsetzten.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@20mm), ISO 400, f 8, 16 Belichtungen à 4 Minuten 7 Sekunde, manuell überblendet in Photoshop

Les Pres d’Orvin

Meine Mutter und ihr Lebenspartner erzählten mir in den letzten paar Wochen (Herbst 2011) immer wieder von den bizarren Bäumen welche sie in der Region von Les Pres d’Orvin oberhalb von Biel gesehen haben. Auch schickten sie mir per Sms ein paar Fotos von diesen Bäumen. Ich war so fasziniert von diesen Bäumen und dachte diese könnten sich gut eignen für eine Serie. Somit machten wir an einem Sonntag im November mal einen Ausflug nach Les Pres d’Orvin um die Gegend zu erkunden. Das Mittelland war unter einer Hochnebeldecke begraben und somit flohen viele Sonnenhungrige in die Jurahöhen. Wir waren zum Glück relativ früh oben und es war noch nicht von Menschenmassen überlaufen. Ich dachte eigentlich nicht, dass ich an diesem Tag fotografieren würde, doch ergaben sich die eine oder andere interessante Lichtsituationen mit diesen bizarren Bäume. Bei diesem hier viel mir der grafische Effekt im Gegenlicht auf und wie das Moss auf den Ästen des Baumes schön leuchtete. Die Äste und Zweige im oberen Teil des Bildes wirken relativ chaotisch und es war nicht einfach hier Ordnung rein zu bringen – hoffe es ist mir einigermassen gelungen.
Auf jeden Fall eine Gegend welche ich wieder aufsuchen werde. Spätestens wieder für Winter-Bilder. Diese Bäume eignen sich für ein paar interessante Kompositionen.

Technische Details: Nikon D700, Nikkor AFS 70-200/f2.8G IF VR ED (@80mm), ISO 200, f 13, 1/5 Sekunde, Polarizer

Hier noch ein zusätzliches Bild

Technische Details: Nikon D700, Nikkor AF 16-35/f4 (@32mm), ISO 200, f 11, 1/50 Sekunde, Polarizer

Dramatik an der Belchenflue

Als ich im August auf die Belchenflue ging um mögliche Herbstkompositionen zu eruieren, visualisierte ich sofort diese Bildidee: Nebelmeer bis knapp unter die Belchenflue, Nebelschwaden die vorbeiziehen, dann Sonnenlicht welches durch den Nebel scheint und das Licht (Nebel) gold-gelb erscheinen lässt und im Vordergrund der Kalkstein der Belchenflue.
Da wir im Schweizer Mittelland im Herbst und Winter oft Hochnebel haben, dachte ich, dass die Chance gross ist, dass sich diese Stimmung mal ergeben würde. Nach 2 vergebenen Anläufen wo die Stimmung nicht so ganz der gewünschten entsprach, versuchte ich es Mitte Oktober erneut. Die Wetterprognosen waren vielversprechend. Sie meldeten Hochnebel mit einer Obergrenze von 1000-1200 Meter. Da die Belchenflue ca. 1100 Meter ist sollte es gerade perfekt sein. Über dem Hochnebel sollte die Sonne scheinen.
Also packte ich meine Ausrüstung am genannten morgen, fuhr los Richtung Oensingen, Balsthal und machte das ich noch vor Sonnenaufgang auf der Belchenflue war. Auf der Passhöhe des Chilchzimmersattels angekommen, welcher etwa auf 1000 M.ü.M. liegt, war ich immer noch im Nebel. Die Wetterbedingungen schienen in der Tat gut zu sein für mein Vorhaben. Es war aber auch relativ kalt an diesem Morgen – gefühlt waren es sicher unter Null Grad Celsius. Nachdem ich mich richtig gut verpackt habe (damit ich es oben auf ein paar Stunde aushalte) wanderte die gut 20 Minuten zur Belchenflue hinauf. Ein gut ausgebauter Wanderweg führt durch den Wald zur Belchenflue und mit einer starken Taschenlampe ist dieser Weg auch bei Dunkelheit kein Problem. Problematischer ist es dann bei Dunkelheit das Bild zu komponieren; da ich ja aber wollte das die Sonne durch den Nebel schien, konnte ich noch warten mit der Bildgestaltung bis es etwas heller wurde. In der Zwischenzeit stellte ich schon mal das Stativ auf. Das Stativ am Rande des Abgrundes aufzustellen, erwies sich als recht Zeitaufwändig und Mühsam. Ich befestigte die Kamera sowie auch das Stativ mit einer Schnur am Geländer um es gegen das Herunterfallen zu sichern. Wird einem manchmal schon etwas komisch wenn ein paar tausend Franken an einem Stück Schnur hangen. Man wird auch erfinderisch oder muss es manchmal sein um das gewünschte Bild zu machen.
Zum Guten Glück gibt es heute „Live View“; das macht das komponieren des Bildes erheblich einfacher und auch angenehmer. Vor allem in solchen Situationen wo man sonst akrobatische Meisterleistungen vollbringen müsste um durch den Sucher zu schauen. Auch mit „Live View“ musste ich mich noch weit mit dem Oberkörper über das Geländer hinaus lehnen. Mit einer Hand bediente ich die Kamera und Stativ um den Bildausschnitt zu wählen während ich mich mit der anderen am Geländer festhielt. Nach dem komponieren des bildes und dem einstellen der Kamera hiess es dann warten und Geduld haben. Es war windig an diesem Oktober Morgen in den Jura Höhen, so änderte sich auch die Lichtstimmung minütentlich. Einmal war ich in der dicksten Nebelsuppe und sah nicht einmal mehr meine Hand und eine Minute später hat sich der Nebel wieder so weit gesenkt, dass die Belchenflue oberhalb der Nebelgrenze war. Und zwischendurch immer wieder gab es diese dramatischen Lichtstimmungen wenn eine dünne Nebelschicht sich zwischen Sonne und der Kamera platzierte: das Morgenlicht wurde gold-gelb und mit dem kalten Vordergrund des Felsens gab das eine spektakuläre Stimmung. Das sind dann genau diese paar Sekunden wo man hat um den Auslöser zu betätigen. Nach gut 2 ½ Stunden fotografieren auf der Belchenflue hatte ich sicher genügend Bilder. Jetzt freute ich mich auf ein warmes Auto.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@22mm), ISO 400, f 16, 1/20 Sekunde, ND Grad Filter 0.6 soft

Lichtspiele am Mutzbach

Der Mutzbach Wasserfall in der Nähe von Riedtwil im Oberaargau ist sicher nicht so bekannt und auch nicht unbedingt imposant wie manch anderer Wasserfall aber dadurch nicht weniger schön. Schön idyllisch im Wald ganz hinten in einem kleinen Tal gelegen ist er immer wieder ein schönes Landschaftmotiv für mich. Ich besuchte dieses idyllische Plätzchen schon mehrmals zu verschiedenen Jahreszeiten, doch war ich noch nie im Herbst dort. Dieses Versäumnis wollte ich diesen Herbst endlich nachholen. So entschied ich mich an einem Sonntagmorgen anfangs November den Mutzbach Wasserfall im „herbstlichen Kleid“ zu fotografieren bevor die ganze Farbpracht einem Herbststurm zum Opfer fällt.
Ehrlich gesagt hoffte ich auf eine typische Herbststimmung mit Nebel, doch zum Glück kam es anders. Als ich am Morgen bei uns zu Hause abfuhr, hatte ich schon kleine Bedenken ob die Wetterbedingungen ideal sein werden um im Wald zu fotografieren und das ich eventuell schon ein wenig spät dran war. Es war ein recht sonniger Herbsttag mit vereinzelnden Nebelfeldern. Trotzdem machte ich mich auf den Weg. Und wahrlich zum Glück, wie es sich später herausstellen sollte.
Wann immer ich beabsichtige im Wasser oder m Wasser zu arbeiten, nehme ich für alle fälle meine  Wathosen mit, so kann ich mich im Wasser frei bewegen ohne mir darüber Sorgen zu machen, dass man Nass wird. Auch wenn es nur ein Bach ist wie der Mutzbach. Nicht das ich mich scheue Nass zu werden; im Sommer ist dies ja noch weniger tragisch wenn man Nass wird, aber im Herbst oder Winter ist es dann schon nicht angenehm wenn man ein paar Stunden vor Ort fotografiert, evt. im Wasser steht, nasse Schuhe und evt. auch noch nasse Hosen hat und am Schluss noch einen längeren  Fussmarsch zurück zum Auto hat. Da lohnt es sich auf jeden Fall immer die Wathosen dabei zu haben. Wie oft lässt man eine Bildidee fallen oder komponiert ein Bild eben anders, nur weil man sich nicht Nass machen möchte. Und vielleicht hätte das „Das Bild“ gegeben, aber man war nicht ausgerüstet oder schreckte davon  ab mit den Wanderschuhen eine Weile im kalten Wasser zu stehen.
Als ich an diesem Morgen beim Wasserfall ankam zog ich mir gleich die Wathosen über, ob ich sie jetzt brauche oder nicht, aber ich kann mich frei bewegen und einen geeigneten Standpunkt und Perspektive suchen für mein Bild. Ich war schon so oft dort, dass ich versuche jedes Mal eine etwas andere Komposition zu finden. Diesmal ging es mir vor allem auch darum, die Herbststimmung einzufangen. Es dauerte nicht lange bis ich eine gute Bildidee gefunden hatte. Auf einem Stein im Wasser lag ein farbiges Ahornblatt, ein gutes Vordergrund Objekt für meine Komposition und im Hintergrund der Wasserfall. Das ganze umrandet vom Wald im Herbstkleid. Eine nicht zu kurze Belichtungszeit sollte das Wasser fliessend zeigen. Um die Reflexionen zu mindern benutzte ich einen Polfilter. Nach verschiedenen kleinen Kompositionsanpassungen war meine Aufnahme im Kasten. Nun suchte ich nach weiteren Bildkompositionen als ich plötzlich feststellte, dass die Sonne demnächst über dem Horizont steigt und im dunstigen Licht in den Wald scheinen wird. Schnell suchte ich nach einem geeigneten Standpunkt und dann gestaltete mein Bild. Und kurz darauf war eine Stimmung und ein Lichtspiel wie im Märchenwald. Einfach nur umwerfend schön. Ich versuchte immer wieder verschiedene Kompositionen aus. Eine gute halbe Stunde hatte ich dieses Lichtspiel. Musste natürlich den Kamerastandpunkt immer wieder der Position der Sonne anpassen.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@22mm), ISO 200, f 16, 1 Sekunde, Polarizer

Morgen am Stellisee

Nach einer kurzen und kühlen Nacht stand ich kurz vor 5 Uhr Morgens auf um noch weitere Fotos der Vollmondnacht zu machen. Mit Blick auf den Stellisee und noch im warmen Schlafsack eingehüllt ass ich noch ein kleines Frühstück bestehend aus Brot vom Vortag und Studentenfutter bevor ich dann meine Ausrüstung packte und weiter fotografierte. Die Lichtsituation war jetzt anders – gestern Abend hatte ich das Mondlicht im Rücken und nun hatte ich eine Gegenlichtsituation was aber auch recht interessant war. Das Licht war aber schwerer zu kontrollieren. Damit die zwei Felsen im Vordergrund bei dieser Komposition hier nicht im dunklen verschwanden, beleuchtete ich diese am Ende meiner 89 Sekunden langen Belichtungszeit ca. während 10 Sekunden noch mit einer starken Taschenlampe. Es brauchte 3 Versuche bis ich mit der Aufnahme zufrieden war.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@29mm), ISO 400, f 9, 89 Sekunde, ca 10 Sekunden Beleuchtung mit Taschenlampe für Felsen im VG, Polarizer

Herbst trifft auf Winter

Herbst trifft auf Winter. Dies war in diesem Jahr schon Mitte Oktober auch im Solothurner und Baselbieter Jura zu bewundern. Die Herbstfarben auf dem Höhepunkt ihrer Leuchtkraft im Kontrast zum Weiss des Schnees im Morgenlicht. Ein herrliches Motiv. Deshalb fuhr ich am Morgen nach dem Kälteeinbruch und dem Schneefall Richtung Solothurner/Baselbieter Jura um zu fotografieren. Leider machte das Wetter an diesem Morgen nicht so mit, obwohl laut Wetterbericht es mehrheitlich sonnig hätte sein sollen, war Einheitsgrau angesagt. Nicht unbedingt ideales Licht für mein Vorhaben. Doch manchmal muss man eben mit dem Vorlieb nehmen was man kriegt……..und das Beste daraus machen.
Dieser Baum wollte ich schon länger mal so fotografieren, doch schien mir das Licht bis zu diesem Zeitpunkt nie ideal gewesen zu sein……doch an diesem Morgen war es mir dann einen Versuch wert. Die Farben der Blätter leuchteten im Kontrast zum Schnee und dem bedeckten Himmel. Im Vordergrund wollte ich die gefallenen farbigen Blätter im Grass liegen haben welche mich so zu sagen ins Bild führen.
im Hintergrund sieht man noch den „Ankenballen“ welcher mir schon ein paar Mal als Motiv gedient hatte.

Technische Details: Nikon D700, 16-35mm Objektiv (@22mm), ISO 200, f 13, 0.6 Sekunde, Polarizer